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Ein Hauch von Sommer

Ein Hauch von Sommer

Schmetterlinge, in allen Farben, die mit bunten Blüten spielen. Mit Lavendel, Storchschnabel, Nachtkerze und Astern. Durch die Lüfte fliegen- sanft schwebend- einzelne Spinnwebenfäden. Umkringeln meine Haare, lassen sich auf meiner nackten Schulter nieder.

Es ist windstill, angenehm warm, aber der Morgentau verrät, dass der Sommer bald vorüber ist.
Ein Hauch von Sommer ist trotzdem noch da, im September. Kleine Stechmücken vereinigen sich in Schwärme und zwirbeln durch die Lüfte. Hoch oben tanzen Bussard und Falke, laut rufend durch den wolkenlosen Himmel. Was sie sich wohl erzählen?

Das Pferd mit der weissen Blesse auf der Nase hat sich heute einen kleinen Sonnenbrand eingefangen. Fuchs, Brauner und Falbe lassen sich die warmen Sonnenstrahlen auf den Rücken scheinen, sie dösen genüsslich.

Am Rand der Pferdekoppel, im bunten Blumenbeet, summt es noch gewaltig laut. Die Insekten scheinen es eilig zu haben, jedes will den letzten Hauch des Sommers für sich pachten.
Manche Stauden und Bäume verabschieden sich jetzt schon, mit buntem Laub. Blütenblätter von Rose, Nachtkerze und Königskerze liegen welk am Boden. Bald trägt sie der Herbstwind davon.

Und an diesem Tag setzt sich eine Libelle auf meinen unbeschuhten, unbesockten Zeh. Kitzelt mich, neckt mich und zwinkert mir zu:
„Na du? Genießt du ihn auch noch, diesen Hauch von Sommer heute?“

libelle

Vertraut

Vertraut

Dreiundzwanzig Sommer gemeinsam verbracht,
das Ja-Wort laut gegeben, nicht nur gedacht.
Unseren Töchtern ein behütetes Nest gebaut,
Familienbande – so vertraut.

Mein Fels in der Brandung, ich schmiege mich an,
Gewohnheiten, die man nicht erklären kann.
Unsere Liebe, sehr achtsam erbaut,
Berührungen – so vertraut.

Manchmal stürmisch Worte gesprochen,
doch niemals das Vertrauen gebrochen.
Humor und Witz, in uns zweien verstaut,
Alltagsleben – so vertraut.

Hände, die trösten und halten,
Träume dürfen sich frei entfalten.
Jeder für sich und doch nicht verstaubt,
Eigenständigkeit – so vertraut.

Wertvolle Mitsammen-Zeit in der Natur,
gibt Kraft und Fröhlichkeit pur.
Der Zukunft immer freudig entgegengeschaut,
Zweisamkeit – so vertraut.

Für alle Probleme eine Lösung gefunden,
Verlässlichkeit immer empfunden.
Wir haben uns vieles getraut,
Symbiose – so vertraut.

Wie viele Sommer wird es noch geben,
in unserem gemeinsamen Leben?
Berührung, Verlangen, Friede!
Ein Segen, unsere Liebe!

Zum 23. Hochzeitstag, mein Schatz!

gewidmet meinem Kurt

Dieser Text wurde veröffentlicht auf der Seite von:

www.verdichtet.at

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Feuer und Flamme

Feuer und Flamme                       April 2016

 

Feuer und Flamme, nicht nur im Fell,
Deine Galoppade unglaublich schnell !

Ein perfekter Herdenchef und sehr smart,
hast eine ganz spezielle, sehr feine Art.

Dein Wesen recht ursprünglich und echt,
im Umgang mit allen bist du überaus gerecht.

Haben viel von dir gelernt in den letzten Jahren,
bist unser Lehrmeister, haben viel erfahren.

Du sensibles, kleines Pferd mit einem Herz aus Gold,
täglich meine Sehnsüchte vom Himmel holt.

Das was wir nun sind und was wir werden,
verdanken wir DIR, hier auf Erden.

Hast den Weg geebnet, Träume erfüllt,
zarte Momente, in Seidenpapier gehüllt.

Unser „Jac“ – edel, elegant, genial,
als Freund einfach phänomenal.

Nie vergessen, was ich hab versprochen,
du weißt – es wird nicht gebrochen.

Ein sanftes Wesen – aus einer anderen Welt ?
Das Universum erfüllt Wünsche, es schickte uns einen Held.

Gewidmet unserem einzigartigen Jac, Quarter-Horse, 18 Jahre

 

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Workshop Schreiben

Workshop „Sinn & Sinnlichkeit“ mit Patricia

Vor 1,5 Wochen war ich auf einem wunderbaren Schreibworkshop (siehe Eintrag weiter unten) bei Patricia Weißl-Günther.

Was konnte ich daraus mitnehmen?

Einen unglaublichen Schatz an Inspiration, wertvolles „Werkzeug“ wurde mir in die Hand gelegt, Übungen, die es zu vertiefen gilt. In meinem Kopf entstehen gerade sehr viele neue Texte (mit mir altbekannten Protagonisten, die mich nicht mehr los lassen 😉 ?!?) Es fühlt sich an, als will etwas wachsen in mir und aus mir raus.

Ein schönes Gefühl.

In gemütlicher Atmosphäre, umgeben von wundervollen MitschreiberInnen, sind unglaubliche Texte entstanden.

Herzlichen Dank an Patricia! Ich komme gerne wieder zu einem weiteren Workshop bei dir. ❤

Manuela

Ein Fotoshooting

Ein Fotoshooting aus der Sicht des Pferdes

Oktober 2015

Die Frau kommt und putzt mich von oben bis unten,
jedes Dreck- und Staubfutzel wird gefunden.

Mähne und Schweif werden akribisch gepflegt,
ich frag mich: was sie heute mit mir hegt?

Eine fremde Dame kommt dazu, mit großem Gerät in der Hand,
streichelt und grüßt mich – „Hübscher“ hat sie mich genannt.

Meine Reiterin ein wenig nervös, das riech ich genau,
was ist denn heute bloß los mit dieser Frau?

Sie kommt jetzt mit Halfter, Knoti und allerhand Kopfgestück,
es wird beraten, gequatscht – ich hab Pause – was für `n Glück.

Dann ab in die Wiese, meine Frau neben mir,
darf ich hier fressen? es ruft die Gier!

Nein, darf ich nicht, das war wohl klar –
Jetzt steh ich da – na wunderbar!

Die Fremde mit dem schwarzen Gerät,
gibt rege Anweisungen und berät.

Mal hierhin, mal dahin, mal daneben, mal davor…
Meine Frau ist sehr aufmerksam und ganz Ohr.

Das Futter vor der Nase, muss ich stillstehn und nett schaun,
am Liebsten würd ich mir den Bauch mit Gras voll haun?!

Dann wieder zurück zum Anbindeplatz,
das Satteln geht heute Ratzfatz.

Das macht der Mann – die Frau ist verschwunden,
und die mit dem Gerät beim Umgebung erkunden.

Neues Kopfstück drauf und Frau wieder da,
mit neuer Kleidung und Hut und viel Trara!

Jetzt steigt sie auf, der Hund ist auch nun mit,
wir gehen die Straße entlang, aber nur ein Stück.

Wieder umdrehen, wenden und stehen,
ja Himmel – könnten wir nicht a bissl gehen?!

Die Füße vertreten und laufen, so wie der Hund an der Seite,
die Frau lacht lustig ins Gerät und ich guck in die Weite.

Meine Ohren passen nicht? Wieso denn das?
Kann sie quer legen – das macht mir Spaß!

Der Hund läuft rum wie ein Wirbelwind,
die Frau mit dem Gerät das lustig findt.

Dann wieder ab in die Wiese, das finde ich fein,
der Duft vom Gras steigt in die Nase mir rein.

Wieder nicht fressen, nur „Schönsein“ und nett gucken,
dabei fängt´s mich grad an, unter den Hufen zu jucken.

Die Frau mit Gerät meint „Mach ma Galopp?“
„Ohjaa, find ich super – jetzt aber Hopp!“

Die Reiterin da oben richtet sich noch ein,
Mensch, das dauert – find ich nicht so fein!

Bin schon ganz hibbelig und möcht endlich los,
die Frau da oben findet`s nicht so famos.

Spürt wohl meine Energie und rümpft schon die Nase,
und ich schwing die Hufe und Vollgas ich rase!

Mein´s nicht bös, find´s urlustig und bring mich ins Lot,
beim Bocken bekommt die da oben aber Wohnungsnot.

„Woody“ schimpft sie und hält sich am Horn,
ein paar Sprünge noch, dann sind wir gleich vorn.

Da vorn steht der Mann und grinst mit Genuss,
ich besinne mich jetzt, sonst gibt´s Verdruss.

Die mit dem Gerät lächelt und freut sich der Beute,
mit dem Galoppieren ist wohl Schluss für heute?!

Ab in den Wald, kein Problem – da bin ich dabei,
bin nun wieder cool und denk „Ist eh bald vorbei!“

Den Waldweg rauf, gute Luft und oben im Sattel die Frau,
freut sich nun wieder, weil ich nicht mehr renne wie Sau.

Wieder stehen, wenden und gucken ins Gerät,
die andere Frau wieder ganz schlau berät.

Die Reiterin wieder runter von meinem Rücken,
lächelt, streichelt mich und ist voller Entzücken.

Der Hut auf ihrem Kopf, der gefällt mir grad sehr,
mir ist langweilig, so ein Ding muss jetzt her.

Runter damit, dran knabbern und blödeln kann ich gut,
das macht der Frau mit dem Gerät auch wieder Mut.

Jetzt heißt es geduldig sein und wieder „Ohren-nicht-quer!“
Okay, okay, will kein Spielverderber sein und richte mich her.

Nach einer gefühlten Ewigkeit endlich geschafft und ab auf die Weide,
mein Freund Jac kommt auch mit, damit ich nicht leide.

Wir laufen, wir bocken, hüpfen rum und haben Spaß,
die Frau mit dem Gerät ruft „Die Fotos werden sicher was!“

Meine Reiterin steht auch hier rum und lacht,
ja gut, wir haben einen netten Tag verbracht.

Doch besser ist´s hier und endlich darf ich fressen,
diesen Tag werde ich nicht so schnell vergessen!

d-52