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..wie alles begann..

Meinen ersten Blog habe ich im Dezember 2009 gestartet und ich betreue ihn noch immer. Zwar nicht sehr regelmäßig, aber dennoch – er ist noch da 🙂 .

Es war der Beginn meiner Leidenschaft fürs Bloggen. In diesem Blog – „Jac´s Stable“ – geht es um Erlebnisse und Erfahrungen auf unserem kleinen Pferdehof. Außerdem ist es auch noch ein Blog für meinen Mann, der nebenbei ja als Reittrainer unterwegs ist.

Vielleicht habt ihr Lust, meinen neuesten Beitrag in diesem Blog zu lesen.

https://jacsstable.blogspot.com/2019/04/kapitel-124-gentlemens-agreement.html

 

News

Frauen

Gestern tönte es aus allen Kanälen – Weltfrauentag.
Ich habe mir selber ein Geschenk gemacht und mir ein Buch anlässlich dieses Tages geschenkt.
Beim ersten Reinlesen gestern Abend sind mir drei Zeilen besonders ins Auge gestochen und haben mich beeindruckt. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, mag ich ja gern die mystischen Geschichten, in denen es um Göttinnen, „Hexen“, Brauchtum geht. Luisa Francia betont, dass sie lieber über „Zauberinnen“ spricht, als über Hexen (wenn wir uns ehrlich sind, hat das Wort ja tatsächlich durch die Inquisition Schaden genommen). In dem Wort Zauberin liegt ihrer Ansicht nach etwas Zauberhaftes, Wundervolles.

Es gibt drei Frauen, die mein Leben besonders bereichern und bunt machen, die mich prägen und tief berühren. Meine Mama und meine beiden Töchter! Meine Mama ist eine wahre Zauberin, sie hat uns stets Familiensinn, Achtsamkeit und ein respektvolles Miteinander gelehrt und sie ist wunderbar liebevoll und feinsinnig.
Bei meinen beiden Töchtern macht es mir viel Freude, ihre Wege zu betrachten, die sie gehen. Sie sind empathische, kämpferische (im positiven Sinne) Frauen, die wissen, was sie wollen und tüchtig voranschreiten. Sie haben Humor und das Herz am rechten Fleck. Ich bin dankbar, am Leben dieser drei Frauen teilhaben zu können.
Und wenn wir schon vom Herz sprechen: heute las ich die Zeilen von Wolf-Dieter Storl (der gerne über Göttinnen, Pflanzen, Natur schreibt):

Den Weg des Herzens gehen
Das heißt in erster Linie, mit sich selbst ehrlich zu sein, mit sich selbst im Reinen zu sein. Das zu tun im Leben, was einen wirklich interessiert. Das Leben ist viel zu kostbar, um dies nicht zu tun. Das Leben ist ein Geschenk. Das Wort Interesse im wahrsten Sinne des Wortes: inter =mittendrin und esse = sein, Essenz. Im Wesentlichen sein, darum geht es im Leben. Das ist das Beste. Da fühlt sich das Herz wohl und geborgen. Da tun wir von allein das Richtige.

Und nun lese ich wieder weiter im Buch von Luisa Francia. Tipp: sie führt ein Onlinetagebuch – salamandra.de

Writing Friday

Zu alt für Rock ’n‘ Roll

Wieder nehme ich diesen Monat an dem Schreibprojekt #oneshortyear teil:

Worum gehts? Am Ende jeden Monats (von Juli 2020 – Juli 2021) gibt es jeweils ein Thema – gesucht werden Kurzgeschichten von entweder bis zu 1000 Worten, oder einen Prompt mit deutlich mehr Worten usw. usf…… 

Wer es am Ende (Juli 2021) in die Anthologie schafft, wird erst nach Ablauf des langen kurzen Jahres bekanntgegeben. 

Thema Jänner 2021: 

Lasst euch von den Blumen inspirieren. Maximal 1000 Wörter, freie Genrewahl.

Hier meine Geschichte:

Wir fahren gemütlich mit dem Mietwagen durch die Hügel Andalusiens. Der Urlaub war ein Geschenk der Töchter zum sechsundzwanzigsten Hochzeitstag  mit der Bemerkung: „Ihr ward so lange nicht mehr gemeinsam auf Urlaub.“ Aber wie sollen wir für längere Zeit wegfahren, wenn am Hof Pferde und Hund täglich einen Futterträger brauchen?

„Du musst da vorne abbiegen“, erkläre ich meinem Mann. Wir fahren langsam an den Sonnenblumenfeldern vorbei. Soweit das Auge reicht lachen uns diese zauberhaften Blütenköpfe an! Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich ein Hügel mit alten knorrigen Olivenbäumen, deren Blätter silbern in der Sonne schimmern. Für meinen Mann und mich ist es nicht der erste Aufenthalt in dieser Gegend. Er hat vor einigen Jahren einmal eine Reitwoche auf einer Hacienda hier verbracht, meine Aufgabe damals war es, Fotos und Videos zu machen. Reitunterricht wollte ich nicht, wenn ich zu dieser Zeit überhaupt geritten bin, dann nur daheim auf meinem eigenen Pferd. Im jetzigen Urlaub haben wir uns für mehrere Ausflüge in die Umgebung entschlossen. Wir verbrachten einige Tage in Cadiz, schlenderten durch die engen Gassen von Ronda, naschten Tapas und tranken Sherry. Eine kurze Visite in Sevilla mit dem Besuch der Kathedrale hat uns ebenso bezaubert, wie die Alhambra in Granada. Am vorletzten Tag unserer Reise schauen wir noch bei der Hacienda, auf der wir vor vielen Jahren gewohnt haben, vorbei. Mittlerweile scheint sie zu einem Touristentreffpunkt für Reitgäste geworden zu sein. Wir setzen uns in den Schatten der überdachten Veranda und schauen dem Treiben bei einem Glas Tinto de verano zu. Pferde werden aus dem Stall geholt, Reitgäste scharren sich um ihre Guides und sind schwitzend damit beschäftigt, zu putzen und zu satteln. Der Geruch nach Pferdeschweiß lässt uns an daheim und unsere Pferdesenioren denken.

Nach kurzer Zeit kommt ein junger Reitführer mit klappernden Sporen an den Stiefeln zu unserem Tisch und erklärt in holprigem Englisch, dass noch zwei Pferde frei wären. Wir könnten gerne mitkommen auf einen Ausritt in den Sonnenuntergang. Ich winke ab und meine, das sei zwar sehr nett, aber ich sei ewig nicht mehr geritten und schon gar nicht auf einem fremden Pferd. Mein Mann meint schmunzelnd: „Ach was, ein kleiner Ausritt im Schritt zum Abschluss der Reise wird uns gut tun.“ Ein ungutes Gefühl in der Magengegend macht sich breit, dennoch möchte ich meinem Mann den schönen Urlaub nicht verderben. Kurze Zeit später steige ich etwas ungelenk auf den braunen Wallach und streiche ihm über den Hals. „Wird schon schief gehen“, versuche ich mich selber zu beruhigen. Ich reite gleich hinter dem Guide, dann folgt mein Mann und der Rest der Gruppe mit drei Gästen reiht sich ein.

Ein schmaler Pfad führt bergab über Steine und Geröll und ich grüble, wie sich die Pferde hier in Spanien zwischen den vom Regen ausgeschwemmten Furchen halten können, ohne zu stolpern. Aber ich denke scheinbar schon wieder zu viel nach, die Pferde sind das sicher alles gewohnt. „Jetzt schau dir mal diese schöne Umgebung an“, höre ich meinen Mann hinter mir. Ich atme tief durch und bemerke jetzt erst die untergehende Sonne am Horizont, die alles in ein sattes orange taucht. Zikaden singen in den Olivenhainen und ein laues Lüftchen schafft etwas Abkühlung. Wir nähern uns einem langgezogenen Wiesenweg und der Guide vor mir hebt die rechte Hand. „Was soll das bedeuten?“, denke ich und ehe ich mich versehe, galoppiert der Mann mit seinem Pferd los. Alles in mir verkrampft sich und ich halte die Luft an, das Pferd unter mir fühlt sich steif an, es reckt den Kopf in die Höhe und springt los in den Galopp. Instinktiv ziehe ich am Zügel, was sich als Fehler herausstellt, denn der Wallach geht nun ab wie Schmitz Katze. „Lass die Zügel los! Setz dich tief in den Sattel und atme“, ruft mein Mann, der dicht hinter mir nun ebenfalls angaloppiert. Endlich erreichen wir eine Anhöhe und der Wiesenweg endet. Die Pferde halten an und schnauben ab.

„Ja ist denn der verrückt? Ich dachte, es wird ein gemütlicher Ausritt, niemand hat etwas von Galopp gesagt!“. Eine Hitzewallung erfasst mich und ich bin gewiss ziemlich rot im Gesicht, ich richte mich im Sattel auf und klopfe den Hals des Pferdes. „Alles okay bei dir?“, fragt mein Mann. Ich nicke und die anderen Reitgäste wischen sich den Schweiß von der Stirn und blicken ebenfalls etwas verunsichert in die Runde. „Let´s go on!“, ruft der Guide mit einem Grinsen und setzt sich wieder in Bewegung. „But this time we’re taking it slow“, erwähnt mein Mann. Ich bezweifle, dass der Reitführer das noch gehört hat. Eine Weile trotten wir gemütlich entlang der Felder, langsam komme ich wieder zur Ruhe und genieße die Stimmung. Nicht mehr weit entfernt sehe ich nun die Hacienda und  ich freue mich schon auf ein kühles, hoffentlich hochprozentiges Getränk an der Bar. Wir biegen ab in einen schmalen Weg, der rechter Hand an einem Sonnenblumenfeld entlangführt und auf der linken Seite von Steinen und Geröll begrenzt ist. Es geht ziemlich steil bergauf und ich hoffe, dass wir alle heil ankommen. Und da ist sie wieder, diese erhobene Hand vom Guide – ich höre mich „Nein!“ rufen, aber da ist es schon zu spät. In einem Affentempo galoppieren wir das letzte Stück zum Stall, ich verliere einen Steigbügel, komme aus dem Gleichgewicht, mein Pferd wird schneller und unter mir donnern die Hufe. Kurz bevor wir das Gebäude erreichen, sehe ich aus dem Augenwinkel eine Kieshalde neben dem Weg. Der Wallach macht mehrere Sprünge, steckt den Kopf zwischen seine Vorderbeine und ich ahne es, er bockt mich demnächst ab. „Bitte in das Blumenfeld“, denke ich, aber es war klar, ich lande unsanft und plump, wie ein Sack Kartoffeln, auf dem Kieshügel. Athletisch vom Pferd fallen war einmal.  

„Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“, schreie ich den Guide an, der mich fragend, am  Pferd sitzend, anschaut.  

„Too old to Rock ’n‘ roll!“, ergänze ich und wie ich so da sitze, sehe ich die Blütenköpfe der Sonnenblumen, wie sie sich vor Lachen in alle Richtungen krümmen.  

Gedankengeflüster

Hätte ich doch…..

das Gefühl am kroatischen Meer zu sitzen in Flaschen abgefüllt, ich könnte sie zu Hause öffnen, wenn es mir nicht gut geht.

Hätte ich doch den Duft der Olivenhaine Andalusiens in eine Holzschachtel gepackt, meine Nase könnte sich in Zeiten von Lockdowns daran erfreuen.

Hätte ich doch das Kaffeehaustreiben Roms in meine Handtasche verfrachtet, ich würde das Geräusch jederzeit herausholen, wenn es mir zu still ist.

Hätte ich doch das Rauschen der Pinien- und Zypressenbäume der Toskana in meine Hosentasche gesteckt, ich würde nach der Musik meditieren.

Hätte ich doch den kühlwitzigen Charme der Hamburger Kapitäne in meinem Repertoire, ich würde mehr Menschen zum Lachen bringen können.

Hätte ich doch das kühle Wasser des Atlantik aus Carbo da Roca´s Sandstrand in eine Brustflasche gefüllt, ich könnte meine Stirn damit kühlen, wenn ich erhitzt bin.

Hätte ich doch den Wind der Cote d’azur in meinen Haaren versteckt, ich müsste mir keine Sorgen mehr um die Frisur machen.

Hätte ich doch die Rezepte der ligurischen Region in mein Notizbuch geschrieben, es würde täglich ein köstliches Gericht auf dem Tisch stehen.

Hätte ich doch ein Gemälde eines Straßenkünstlers der Prager Karlsbrücke erstanden, ich könnte daheim mit der Fingerspitze über die Kontur streichen.

Hätte ich doch………nicht so viele Wünsche, die sich gerade nicht erfüllen.

veröffentlicht auf http://www.verdichtet.at
News

Beobachtung

Jedes Jahr Ende Dezember mache ich eine ähnliche Beobachtung. Nach turbulenten, arbeitsreichen Tagen im Büro mit Jahreswechselarbeiten, fällt dann eine Last ab, wenn alles erledigt ist. Ich möchte dann nicht mehr auf Social Medias sein und „breche alle Brücken“ ab. Wie ein Stillstand ist das für mich. Ein „Atem-holen“ vor einer neuen Ausfahrt, wenn die Segel wieder gehisst werden und das Schiff wieder in See sticht.

Still wird´s dann immer bei mir. Still am Blog, still daheim. Still rundherum.

Nur das Knistern am Lagerfeuer, die Flammen, die erhellen und wärmen, die Raunächte, die ich täglich in Stille zelebriere, die Wärme der Familie vorm Christbaum.

Die Stille heuer an Silvester hat mir gut getan.

Ich wünsche all meinen treuen Bloglesern ein schönes Jahr 2021 mit viel Hoffnung, Vertrauen und Freude – auf dass es „besser“ werden wird.