Lyrikpfad

Unstille

Duftschwaden umhüllend – nicht sehr lange
nach Gewürznelke, Vanille, Zimtstange.
Bunte Lichterketten, englische Weihnachtslieder
glitzernde, funkelnde Geschäfte, alle Jahre wieder!
Nach Nikolaus und Krampus naht das Finale
langsam leeren sich die Kaufhausregale.
So poltert Jahr für Jahr ein unstilles Fest
und dem Bankkonto entschwindet der letzte Rest.

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Foto von: https://de.omio.com/blog/shopping-center/

 

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Herbstkind

Im wunderschönen Herbst
bin ich geboren
fühlte mich in dieser Zeit
niemals verloren

Diese Farben
Nuancen von Gelb und Rot, satt
Den Waldweg säumt jetzt
Blatt um Blatt

Es raschelt, riecht erdig
um mich herum
spüre Melancholie, ganz zart
macht mich stumm

Windstille
nur Mückenschwärme sind zu hören
Spinnwebenfäden
verfangen sich im Haar, sie stören

Wärmende Sonne
auf meinem Gesicht
vorm Haus die Linde
die zu mir spricht

Sanft reckt sie
ihre Zweige empor
Erinnerungen erscheinen
vom Jahr davor

Sehe ihn, den Ahornbaum
vorm Krankenzimmer
in unseren Gesichtern
schwindende Hoffnungsschimmer

Gefühle kommen hoch
etwas verschwommen
diese Zeit macht mich
nun so benommen

Pferdegewieher, Hundegebell
reißen mich aus den Träumen
zarte Windspiele ertönen
die den Holzbalken säumen

Vermisse dich so sehr
spüre den Schmerz
ein Herbstkind war ich
mit Leib und Herz

Ein Jahr zog ins Land
das Vergängliche ist gekommen,
Herbst! Wieso hast du mir
den Vater genommen?

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Das Herbstkind nun in neuer Formatierung; ich bedanke mich bei Carmen & Michaela von http://www.verdichtet.at/   für das immer wieder wertvolle Lektorat und Korrektorat! Sie haben mich auf die Idee mit der Umgestaltung dieses Lyrikbeitrags gebracht. “Herbstkind” wurde am 1.11.2019 auch auf ihrer Seite veröffentlicht.

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Seelenschmeichler

Vier weiche Pfoten, die uns Tag für Tag begleiten,
schon etliche Jahre nun durchs Leben schreiten.
„Faith“ ist dein Name und bedeutet: Glaube, Vertrauen, Treue…
all dies bewahrheitet sich täglich aufs Neue!
Ein Hund, mit dem man `Pferde stehlen` kann,
oft denken wir zurück, wie alles begann.
Unser kleiner Seelenschmeichler und Wirbelwind –
sind so froh, dass wir mit dir sind.
Bleib noch lange bei uns, so stets gut gelaunt und gesund –
Du bester, tollster und genialster Hund!

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Zitat Xenophon

Vergangenes Wochenende war ich auf einer Veranstaltung und habe dieses beeindruckende Zitat von Xenophon mit nach Hause genommen:

Allen, die mit Tieren umgehen, sei eindringlich zugerufen:

Vergeht euch nicht an der stolzen Seele!

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Ich werde mein Bestes geben!

Xenophon (geb. zwischen 430 und 425 v. Chr.) war ein griechischer Feldherr, Schriftsteller, Politiker und Philosoph, ein Schüler von Sokrates.

 

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Mandala

Ein Mandala möchte ich für dich malen…….

ein Mandala der Emotionen,
die gerade über uns thronen.

Wut keimt auf, nimmt uns Raum,
Trauer begleitet sie, spür sie im Traum.
Leere saugt an uns, laugt uns aus,
Angst hält Einzug im Lebenshaus.

Ich male weiter, füge Farben hinzu,
mische, tauche ein, fühle: DU!
Bist mir wichtig, ein Teil von mir,
fehlst gerade so sehr hier.
Male Wut, mach` sie bunt wie Kraft,
ein Gefühl, das Stärke schafft.
Die Trauer bedeutet nicht immer Tod,
übermale sie mit Liebe, ganz in rot.
Der Leere soll weichen in Pastell,
Lebendigkeit und Fülle, ganz grell.

Zuletzt bleibt die Angst, was mach ich mit ihr?
Mische weiter, male, spür` dich hier.
Vermische in Mut und Zuversicht,
etwas Farbiges, das Hoffnung verspricht.
Werde diesen Teil nicht alleine beenden,
gemeinsam werden wir dieses Werk vollenden.

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