Lyrikpfad

Hölderlin

Nichts lässt die Erde mit größerer Sicherheit zur Hölle werden, als der Versuch des Menschen, sie zu seinem Himmel zu machen.

Friedrich Hölderlin (1770-1843), deutscher evangelischer Theologe

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Naci Caba – Original Ölgemälde auf Leinwand

Lyrikpfad

Kräuterhexe

Salbei, Weihrauch, Myrrhe und Rosmarin,
rauf auf die Kohle und schon geht´s dahin.
Die Wohnräume reinigen, die Aura auch,
so ist es bei mir ein willkommener Brauch!

Der Hund, wie ein Schatten, läuft hinter mir her,
wedelt mit dem Schweif und niest wirklich sehr!
Er findet´s spannend, täglich aufs Neue,
ich mich seiner Begeisterung erfreue.

Rein in den Stall, bei den Pferden ist´s wichtig!
Noch mehr Harze und Kräuter rauf. So ist das richtig.
Die Schwaden begleiten und hüllen mich ein,
in jede Stallecke laufe ich rein.

Vier Pferdeköpfe heben sich vom duftenden Heu,
sie schauen interessiert, doch es ist nicht mehr neu.
Der eine prustet, der andre steht im Eck,
der dritte spitzt die Ohren und der vierte will weg.

Ich fange an zu summen und lächle ihnen zu,
täglich fragen sie sich, was ich denn da tu?!
„Ein bisschen Hexe sein, darf ich das nicht?“
…..lache ich und erzähl ihnen eine Geschicht`:

„Salbei schützt und reinigt die Räume,
Myrrhe erdet euch und schickt schöne Träume.
Weihrauch hebt die Stimmung, entspannt noch dazu.
Rosmarin schickt Kraft und desinfiziert – juppidu !“

Da stehen sie, schauen und hören auf zu kauen,
„Soll man dieser Hexe wirklich vertrauen ?“
„Ohja, ihr lieben Kerle, das könnt ihr gern,
ein schlechter Gedanke, der liegt mir fern.“

Die Hitze der Kohle lässt langsam nach,
die Rauchschwaden liegen auch plötzlich brach.
So gehe ich jetzt, schließ` die Tür ganz leise,
damit Kräuter und Harze wirken – auf ihre Weise.

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