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Beobachtung

Jedes Jahr Ende Dezember mache ich eine ähnliche Beobachtung. Nach turbulenten, arbeitsreichen Tagen im Büro mit Jahreswechselarbeiten, fällt dann eine Last ab, wenn alles erledigt ist. Ich möchte dann nicht mehr auf Social Medias sein und „breche alle Brücken“ ab. Wie ein Stillstand ist das für mich. Ein „Atem-holen“ vor einer neuen Ausfahrt, wenn die Segel wieder gehisst werden und das Schiff wieder in See sticht.

Still wird´s dann immer bei mir. Still am Blog, still daheim. Still rundherum.

Nur das Knistern am Lagerfeuer, die Flammen, die erhellen und wärmen, die Raunächte, die ich täglich in Stille zelebriere, die Wärme der Familie vorm Christbaum.

Die Stille heuer an Silvester hat mir gut getan.

Ich wünsche all meinen treuen Bloglesern ein schönes Jahr 2021 mit viel Hoffnung, Vertrauen und Freude – auf dass es „besser“ werden wird.

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Segelschiffe

„Worte sind Luft. Aber die Luft wird zu Wind, und der Wind macht die Schiffe segeln.“                                                                                                               Arthur Köstler

Turbulente Wochen liegen hinter mir, sowohl privat, als auch beruflich. Derzeit glätten sich endlich die Wogen und ich warte auf die Muse. Kennt ihr das auch? Wenn rundherum eine steife Brise weht, dass die Kreativität darunter leidet? Mein Waldgeflüster-Segelschiff hat seit Wochen Flaute! Ein Dilemma. 

Ich bin auf der Suche, schau mich um nach Ausschreibungen zu den unterschiedlichsten Themen (Kurzgeschichten, Lyrik, ganz egal, alles darf sein) und liebäugle mit einem Schreibworkshop in meiner Nähe, der sich sehr vielversprechend liest. Vielleicht klappt es dann auch bald wieder, dass ich Worte zu Geschichten forme. 

Einstweilen verbringe ich noch qualitativ hochwertige Zeit mit den Pferden, spaziere mit dem Hund durch die Gegend und meine gute alte Freundin, die Sony-Kamera, ist auch wieder mit dabei. 

 

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Gedanken

globus-wo-tuts-denn-weh

Im Juni 2018 hat mich dieses Foto mit Text tief berührt und mich eine Geschichte schreiben lassen. Ich habe sie zu Kapitel 2 in meinem Untermenü „Mondgöttinnen“ gefügt.

Noch heute bewegen mich diese Zeilen auf dem Foto. Sie haben nichts an Gültigkeit verloren.

Warum kommen sie mir gerade jetzt in Zeiten von „Corona“ in den Sinn? Weil momentan die Zeit still zu stehen scheint, weil viele von uns sich vielleicht Gedanken machen, wie es nachher weiter geht. Schaffen wir es, halbwegs unbeschadet aus dieser Misere herauszugehen? Wie sieht es nachher am Arbeitsmarkt, in der Wirtschaft, Gastronomie, Hotellerie, Landwirtschaft, in unserem näheren Umfeld / Familie aus? Wir wissen es alle nicht.

Wenn ich könnte, würde ich im Anschluss daran Mutter Erde gerne fragen:

„Hat dir die Verschnaufpause gut getan? Hast du dich etwas erholt?“

Antwort werde ich keine bekommen, ich blicke dennoch jeden Tag Richtung Himmel, Richtung Straßen, horche in die Atmosphäre und rieche die Luft – mit ein wenig Phantasie lautet dann die Antwort klar und deutlich: „Ja, danke. Hat gut getan!“

Ich würde gerne hier den ersten Absatz meiner Geschichte nochmals einfügen. In dieser Story hatte das Mädchen einen Alptraum. Tief verbunden mit der Natur fühlte sie deren Schmerz. In diesem Kapitel ging es um die blutende Erdmutter, es gerät alles aus den Fugen.

Zwei Jahre später, im Hier & Jetzt, geht es um ein Virus, das nicht nur unser aller Leben ziemlich durchschüttelt, es könnte auch Trauer und Leid bedeuten. Hoffen wir das Beste! Seien wir zuversichtlich und krempeln wir nachher die Ärmel wieder hoch, mit Bedacht und Achtsamkeit. Wir alle sind gefordert.

Die Mondgöttin

Sie läuft barfuß hinter dem alten Hund her, ihre dunklen Locken, die bis zur Mitte des Rückens reichen, wehen im Sturm. Das geblümte Kleid klebt an ihren nackten Beinen, es ist durchnässt. „Hank! Warte auf mich!“ Das kleine Mädchen kann dem Hund nur schwer folgen, es weiß aber, dass er auf der Suche nach Schutz ist und ihm den Weg weisen wird. Hinter ihm öffnet sich der Boden, aus schmalen Kratern quillt eitrige Masse, vermischt mit lavaähnlicher Brühe, alles schwappt über seine Knöchel, es stinkt ganz ekelerregend und das Mädchen muss würgen. Es läuft weiter, der Wind peitscht Regen, Hagel und Schnee gegen sein Gesicht. Der Hund hält immer wieder an und wartet auf das Mädchen.
An einem Bachlauf springen Forellen aus dem Wasser, landen auf der blutenden Erde, schwänzeln verzweifelt in der Luft. Das Gewässer verfärbt sich blitzschnell dunkelrot und beißender Mief erfüllt die Umgebung. Bald haben sie den Wald erreicht. Hinter einer großen Hecke kriechen Schlangen, Würmer, Kröten und Echsen hervor, sie fliehen ebenso vor der sich öffnenden Erde. Aus den Baumrinden tropfen dicke, harzähnliche Absonderungen, die Äste kringeln sich ein, sind plötzlich tot, starr, es stinkt nach Ammoniak.
„Hank, hilf mir, ich kann nicht mehr!“ Das Mädchen ringt nach Luft, der Ammoniakgestank treibt ihm Tränen in die Augen. Es dreht sich um, die Schlangen, Echsen und Kröten folgen ihnen. Die Fußsohlen des Mädchens schmerzen, trotz Regen und Schnee beginnt der Wald nun zu brennen, fängt Feuer. Der Himmel verdunkelt sich und es kann nichts mehr sehen. Nun ist der Hund an seiner Seite und führt es weiter. Vor ihnen teilt sich plötzlich der Weg, das Mädchen nimmt Anlauf und springt dem Hund hinterher, stolpert und versinkt mit einem Fuß im Morast. Das Mädchen schreit auf, mit Händen und auf Knien versucht es, sich aus dem Abgrund zu befreien. Sein Herz schlägt bis zum Hals, es weint und fleht und krabbelt auf allen Vieren weiter … Schlangen streifen seine Hände und Arme, schlingern an ihm vorbei.
Dann, endlich, sieht das Mädchen vor sich einen Felsvorsprung und dahinter eine große Weide, die von all diesem Unheil verschont geblieben scheint. Hank legt sich unter die Weide ins saftige Gras und wartet auf das Kind. Den Hund umarmend legt es sich dicht neben ihn, zitternd am ganzen Leib, und gemeinsam schauen sie dem grauenvollen Schauspiel zu, das um sie herum passiert.
„Mutter Erde, Mutter Erde, was ist mit dir? Wo tut‘s denn weh?“, schreit das Mädchen laut in den Abendhimmel.

weiterlesen ? – hier klicken: https://waldgefluesteronline.com/2018/

 

 

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Der Kreis der Zeit

Noch diese Woche werde ich das druckfrische Jahrbuch 2019 vom Schreiblust-Verlag in den Händen halten. Ich freue mich schon sehr darauf. In dieser Ausgabe sind zwei Kurzgeschichten von mir enthalten. 

Abgedruckt sind die Geschichten Piano Man  und Blutmond

Ja, ich weiß. Beide Geschichten findet ihr auch hier auf diesem Blog. Aber ein Buch ist doch noch etwas anderes. Und als Autor der Geschichten hat man dann gleich noch mehr Freude, wenn man die eigenen Texte in gedruckter Form in den Händen hält. Also für jeden, der gerne Kurzgeschichten liest und Spaß daran hat, die unterschiedlichsten Stories zu lesen, der möge sich das Buch bestellen. Gibt es auch auf Amazon:

Amazon – Kreis-der-Zeit-Unsere-schönsten-Geschichten 2019

Andreas Schröter (Herausgeber) schreibt wie folgt zu diesem Jahrbuch:

Wow, 2020, ich fass es nicht! Dass es uns jetzt noch geben würde, damit hätte ich 2001, als ich das Mitmachprojekt „Schreib-Lust“ gründete, niemals gerechnet.

Hier der Link zum Verlag bzw. zum Buch.

http://schreiblust-verlag.de/verlagsprogramm/der-kreis-der-zeit

Andreas Schröter (Hrsg.): Der Kreis der Zeit – unsere schönsten Geschichten 2019
Schreiblust-Verlag, Dortmund, Januar 2020.
320 Seiten ISBN: 9783982012230

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