Heute früh zog erstmals ein feiner Nebel über die Pferdekoppeln,
mit der warmen Kaffeetasse in der Hand beobachtete ich die Szene vor dem Fenster.
Die Pferde bewegten sich langsam, schemenhaft durch die Landschaft.
Auch sie scheinen den nahenden Herbst zu erahnen. Reckten ihre Nüstern
in die Lüfte, feine Nebeltröpfchen verfingen sich funkelnd in ihren Mähnenhaaren.
Alles wird nun wieder gemächlicher, nicht mehr so gleißend, nicht mehr so konturhart.
Ich atmete tief ein, bin ich schon bereit für den Herbst? Oder brauche ich noch eine Portion von Grün in meiner Umgebung? Der heiße Sommer heuer hat die Koppeln ausgedörrt, aus saftiger Flora wurde gelblichbraunes Gras, Heu am Halm! Die Quelle im angrenzenden Waldgrundstück, die unseren Hofbrunnen („Grander“) gespeist hat, ist schon seit Monaten versiegt. Siebzehn Jahre hörten wir tagtäglich das beruhigende Plätschern im Hof. Nun ist es angestrengt still, als würde der Brunnen den Atem anhalten.
Heuer hatte ich das Glück, meine Freizeit oftmals am See verbringen zu können. Ich staunte nicht schlecht, wie oft sich die Farbe des Wassers innerhalb eines Tages veränderte. Einfach nur ruhig zu sitzen und zu schauen, auf das Nass, die Farbspektren benennen versuchen, was schier unmöglich ist. Es gibt nämlich hunderte, ja tausende Arten von Grün in den Farbstandards, digital sogar Millionen Grüntöne. Von lind-, mint-, salbei-, oliv-, tannen- und smaragdgrün bis hin zu moosgrün und avocadogrün, unendlich viele Nuancen. Die Palette ist enorm – von sanften Pastelltönen bis zu kräftigen, leuchtenden Farben. Laut Wissenschaft kann jede Art von Grün die Stimmung, Energie und Atmosphäre unterschiedlich beeinflussen.
So betrachtet wünsche ich mir noch ein wenig grün und ein bisschen türkises Nass in den kommenden Wochen, damit ich genug tiefgrünes heiteres Kolorit mitnehmen kann in den bunten, in rot, braun, dunkelgelb getauchten Herbst. Und wer weiß? Vielleicht plätschert es im Herbst dann auch wieder im Hofbrunnen?


Foto: https://www.indebergen.nl/vakantie/oostenrijk/karinthie/ossiach/
Ich fühle wie du. Segen.
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Liebe Manuela,
wieder sehr schön und feinfühlig beschrieben, liebe Manuela.
Ja manchmal ist das mit dem Klimawandel ziemlich gespenstisch und die Dürre, die er nach sich zieht, sehr beunruhigend. Und doch hofft man insgeheim, dass sich alles noch zum Guten wendet.
Liebe Grüße, Ingrid
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